Über uns

Gegründet wurde die Isar-Allianz 1993 anläßlich der Auseinandersetzungen mit den Isar-Amper-Werken (heute E-on) wegen des Kraftwerks Mühlthal. Damals waren unsere Thesen schockierend neu – zu neu, um sofort angenommen zu werden. Presseaktivitäten mit über 100 Artikeln allein in der Süddeutschen Zeitung, Veranstaltungen und Filmbeiträge unterstützten den Meinungsbildungsprozeß. Heute sind unsere Thesen Programm aller Parteien und in staatliche Richtlinien integriert. Stück für Stück gewinnt die Isar Freiraum zurück und wir gewinnen dabei Lebensqualität. Die Isar ist teilweise als alpine Wildflußlandschaft renaturiert, sie ist kein Rinnsal mehr und sie hat Badequalität . Damit diese Entwicklung anhält, werden wir weiterhin präsent sein.

Aktuelle Aufgaben und Handlungsfelder der Isar-Allianz

Obere Isar – Krün bis Loisachmündung

1.1 FFH Managementplan Obere Isar

Das Amt für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten (AELF), Miesbach hat am 26.09.2013 an das Landratsamt Bad Tölz eingeladen um dem FFH-Managementplan Obere Isar vorzustellen. Dabei wurden von den Anwesenden erhebliche Planungsmängel festgestellt und die in Aussicht gestellten ?Runden Tische? vom AELF abgesagt. Die Isarallianz fordert, dass für die Obere Isar mit ihrem noch großen Potenzial an Natürlichkeit die Planungen zügig verfolgt werden. Das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten plant die nächsten Termine zur Abstimmung des FFH Managementplans für die Abschnitte
Landesgrenze – Sylvenstein am 28.01.2014
Sylvenstein ? Stadtgrenze München 04.02.2014
Stadtbereich München 08.02.2014

1.2 Obere Isar und Zuläufe

Es wird berichtet über die unzureichende Einbindung der Isarzuflüsse in den FFH Management Plan Obere Isar. Hier sind Nachbesserungen zu fordern. Dazu sind die Ableitungen der Isarzuflüsse immer noch ein naturschutzfachliches Konfliktfeld, das weiter auch zu bearbeiten ist.

1.3 Kraftwerkverbund Walchensee

In Verbindung mit der Diskussion um das Pumpspeicher-Kraftwerk wurde die gesamte Problematik mit dem Walchenseekraftwerk, mit den dadurch erfolgten Zu- und Ableitungen, einschliesslich der Wasserführung der Jachen aufgezeigt. Die rechtliche Situation dazu und eine Verbesserung im Hinblick auf die betroffenen Gewässer wird noch aufbereitet.

1.4 Gespräch STMUGV ? Isartalverein

Das Hochwasser 2013 zeigt, dass die Bewirtschaftung des Krüner Wehrs ausschließlich nach Wasserkraftgesichtspunkten erfolgt ist. Die in den letzten Jahren geführte Diskussionen um eine aus ökologischen bzw. naturschutzfachlichen Gründen, um wenige Tage verlängerte Spülzeit, d.h. das Wasser weiter in das Isarbett abzuleiten, wurde vom Kraftwerksbetreiber unterlassen. Damit wurde die Chance für einen praxisnahen Großversuch vertan.

1.5 Isar Bad Tölz

Durch die Stauraumräumung des Kraftwerks Bad Tölz und das Einbringen des Geschiebes in das Unterwasser des Kraftwerks wird die Gewässerstruktur beeinträchtigt. Der Landesfischereiverband Bayern lässt ein Gutachten erstellen, das die Auswirkungen für die Gewässerfauna untersuchen und Abhilfemaßnahmen vorschlagen wird.

1.6 Pupplinger Au: Floßfahrt

Ein ?Runder Tisch? für die Baggerung in der Pupplinger Au zugunsten der Floßfahrt im Herbst 2012 wurde abgesagt. Die im Frühjahr 2013 von dem Floßunternehmen durchgeführte Baggerung ist als massiver Eingriff zu bezeichnen. Sie zeigt, dass zukünftig für solch einen Eingriff eine naturschutzfachliche Vorprüfung und eine ökologischen Bauleitung notwendig ist.

1.7 Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege

Fachtagung Alpine Flüsse in der Planung vom 18.-19. September 2013 in Mittenwald. Schwerpunkte der Veranstaltung: Geschiebemanagement, Renaturierungsbeispiele und Umgehungsgewässer. Die Vorträge von Vertretern der der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes wurden ergänzt durch Beiträge von Referenten aus Österreich sowie einen Vortrag von Josef Paukner, Sprecher der ?Arbeitsgemeinschaft Bayerische Fluss-Allianzen? /AG BFA) Am zweiten Tag, Exkursion an die Isar ( Krüner Wehr, Isar unterhalb Sylvenstein) Die Zusammenfassung der Tagung ist im Internet eingestellt und kann über die ANL aufgerufen werden.

Zur Ausleitung Krün wurde bei der anschließenden Aussprache auf die rechtzeitige Kündigung des Wasserrechtsbescheid für die Ausleitung hingewiesen, die 2020 durch das Umweltministerium erfolgen muss, damit sie 2030 wirksam werden kann. Außerdem wurden die in Verbindung mit dem Hochwasser 2013 durchgeführten Maßnahmen zur Sicherung des Hochwasserschutzes für die in der Isaraue errichteten Häuser diskutiert. Dazu wurden umfangreiche Kiesräumungen vorgenommen. Zusätzlich wurden bzw. werden Buhnen im Gewässerbett eingebracht, um die flussabwärts angrenzenden Flächen zu sichern, welche als Waldweide genutzt werden. Diese Eingriffe begrenzen die bei Hochwasser im Gewässerbett ablaufenden Verlagerungsprozesse. Die Isarallianz kann die für den Hochwasserschutz erforderlichen Maßnahmen, da sie für die Sicherheit der Anlieger von großer Bedeutung sind, zustimmen. Nicht akzeptiert werden kann, dass die von den Landwirten geforderten zusätzlichen Maßnahmen zur Einschränkung der natürlichen Umlagerungsprozesse, durchgeführt werden. Sie stehen der natürlichen Flussentwicklung entgegen und sind für die bestehenden Weidenutzungen von nachrangiger Bedeutung.

Es wurde beschlossen, dass die Isarallianz ein entsprechendes Schreiben an die Regierung von Oberbayern richtet. In dem Schreiben sollen auch die anderen vorgenannten Punkte angesprochen werden.

Obere Isar – Loisachmündung bis Großhesselohe

2.1 Arbeitsgruppe Mühltal

Nach 10jähriger Pause wurde die Arbeitgruppe Mühlthal wieder aufgenommen. Die Regierung Oberbayern, hatte für den 27.11.2013 zur ersten Arbeitsgruppensitzung eingeladen. Die letzte Sitzung der AG war 2003. Ziel ist es die Entwicklung der um 2000 umgestalteten Abschnitte zu überprüfen und gegebenenfalls Nachbesserungen vorzuschlagen. Grundlage für die weitere Arbeit der Gruppe sind verschiedene Diplomarbeiten und Studien die die Defizite aufzeigen und die zu weiteren Änderungen auf der Basis des Gewässerpflegeplans anregen. Vom WWA München wurden sowohl die bisher umgesetzten Maßnahmen als auch die nicht realisierten Maßnahmen dargestellt.
Als Ergebnis der Runde konnte festgehalten werden:
– Ermittlung der Sohlentwicklung nach dem Hochwasser vom Juni 2013
– Erstellen eines Planes über die umgesetzten Maßnahmen
– Ermittlung der Eigentumsverhältnisse an der Isar
– Ermittlung der möglichen Entfernung von Uferversteinungen
– Die nächste Besprechung findet noch vor der Sommerpause 2014 statt

2.2 Restwasserkraftwerk Icking /Umgehungsgerinne

Zu dem geplanten Restwasserkraftwerk mit Umgehungsgerinne werden Informationen beim AG Mühltal durch die Regierung von Oberbayern erwartet. Zur Lage und Führung des Umgehungsgewässers fand auf Einladung der ROB eine Begehung des Auswaldes in Höhe des Ickinger Wehres statt. Dabei wurde festgelegt die vorhandenen Auerinnen und Mulden untereinander zu verbinden. Beginn des UG links oberhalb des Wehres, Länge und Anbindung an die Isar noch unbestimmt. Das WWA-Weilheim wird eine Planung auflegen. Nächste Begehung des Geländes Jan./Februar 2014.

2.3 Großhesseloher Wehr

Die Stadt München saniert die Anlage und plant ein weiteres Wasserkraftwerk. Der diskutierte Rückbau (LfU/WWA-M/Isar-Allianz) hat damit wohl keine Zukunft.

2.4 Naturschutzgebiet Südliches Isartal

Die Freizeitnutzung führt zu Konflikten mit Belangen des Naturschutzes. Die Ausweisung eines Naturschutzgebiets südliches Isartal steht zur Diskussion. (Ziel: Regelung des Biker-Verkehrs) Allerdings gibt es Einwände von einigen Gemeinden.

Obere Isar – Großhesselohe bis Oberföhring

3.1 Isarwerk III

Die befristete Erlaubnis der SWM erlischt 2015. Das Verfahren für die neue Erlaubnis läuft sehr zurückhaltend. Gespräche zwischen SWM, WWA und Baureferat bezüglich Ausgleichsmaßnahmen verliefen bisher ohne Erfolg.

3.2 Der Flaucher – Ein Bürgerpark

Zum Jubiläum 175 Jahre Flaucher Park der Stadt München, an der auch Vereine und die Isarallianz sich beteiligen können. Termin Sa. 09. August 2014. Am Sonntag, 20.Juli 10:30 bis 12:30 leitet findet eine Fahrradexkursion von der Wittelsbacher Brücke zum Flaucher.

3.3 Isarplan II – Corneliuswehr-Prinzregentenbrücke

Die Aktivitäten der Stadt sind derzeit gering Die Stadt hat 2010 eine Dokumentation ?Stadt und Fluss- Innerstädtischer Isarraum? als Grundlage für weitere Überlegungen ausgearbeitet. Der neu gegründete Verein Isarlust plant umfangreiche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen entlang der innerstädtischen Isar, besseren Zugang zum Fluss und Einrichtungen zur Gastronomie.

3.4 Praterkraftwerk

Der vorläufige Bescheid für den Betrieb des Praterkraftwerks liegt vor. Der rechtskräftige Bescheid wird vom RGU schleppend behandelt. Frühjahr 2014 Stauabsenkung von Praterwehr und Wehr 6 wegen Sanierung der Kaimauern.

3.5 Wasserkraft und Energiewende

Der Werkbund Bayern hat im Rahmen seiner Vortragsreihe ?Energiewende gestalten? am 1. Oktober einen Vortragsabend und am 15. Oktober eine Exkursion zu ?Best Practice Wasserkraft? durchgeführt. Ziel der Veranstaltung war über die Vor-und Nachteile der Wasserkraft zu informieren und aufzuzeigen, dass die Möglichkeiten für den weiteren Ausbau der Wasserkraft in Bayern weitgehend ausgeschöpft sind. Die nur noch wenigen freien Fließstrecken haben naturschutzfachlich wie auch für die Erholung einen sehr hohen Wert, dessen Verlust von vielen Teilen der Bevölkerung nicht ohne weiteres akzeptiert wird. Der Beitrag der Wasserkraft zur Energiewende wird sich deshalb auf die Sanierung bzw. Effizienzspeicherung vorhandener Anlagen konzentrieren.

3.6 Schachtkraftwerk Tucherpark

An der Wehranlage im Tucherpark planen private Investoren eine Wasserkraftanlage zu errichten. Die Entscheidung ob ein Schachtkraftwerk oder herkömmliche Anlage mit einer einVLH Turbine oder Schnecke ist noch offen. Der Landesfischereiverband plädiert für den Bau eines Schachtkraftwerks als Pilotanlage.

Eine Pilotanlage eines Schachtkraftwerks wurde einem größeren Kreis von Interessenten in einem Freilandversuch in Obernach vorgestellt. Die Versuche zur Fischdurchgängigkeit waren durchaus zufriedenstellend. Die weitere Vorgehensweise über den Einsatz dieses Kraftwerktyps ist ungeklärt.

Mittlere Isar ? Oberföhring bis Freising / Landshut

4.1 Forum Mittlere Isar

Am 23. März 2013 hat die Regierung von Oberbayern und das WWA-M zum 1. Forum Mittlere Isar eingeladen. Teilnehmer waren die maßgebenden Behörden, die betroffenen Gemeinden und interessierte NGOs.

Im Nachgang zum 1. Forum wurde vom WWA München eine umfangreiche Dokumentation und eine Ergebnisniederschrift erstellt. Diese kann eingesehen werden unter:
http://www.wwa-m.bayern.de/fluesse_seen/massnahmen/mittl_isar/forum/index.htm

Vereinbart wurde das nächste Arbeitsgespräch in kleinem Kreis für das Frühjahr 2014 Aufgabe des Gespräches ist die Festlegung von Arbeitsgruppen und deren Aufgaben.

4.2 Aktuelle Baumaßnahmen

Das Wehr bei Ismaning wird 2013/14 in eine Sohlrampe umgebaut, Die Isar-Allianz hat gegenüber des WWA fischereiliche als auch kanusportliche Belange in die Planung eingebracht.

4.3 Isarschleife Freising

In Freising ist die Isarschleife in der Plangenehmigung. Zum Planfeststellungsverfahren haben der BN (ablehnend) und die Isar-Allianz (ebenfalls ablehnend) und der BKV (neutral) Stellung bezogen.

Untere Isar – Landshut bis Mündung

Der Werkbund Bayern berät die Stadt Landshut in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Landshut Möglichkeiten der Aufwertung der Isar im Stadtgebiet.
Zu den weiteren Isarabschnitten (staugeregelte Strecke bis Pielweichs) hat die Isar-Allianz wegen geringem Entwicklungspotential noch keine Aktivitäten aufgenommen. Zum Mündungsbereich der Isar, ab Plattling, wird sich die Isar-Allianz zunehmend im Hinblick auf die Hochwassersicherheit engagieren.


Erstellt auf der Basis des Protokolls vom 11.11.2013 und erweitert auf aktuelle Entwicklungen.

gez. Rolf Renner